Franz Traunfellner (1913 - 1986) war ein Maler und Grafiker, dessen Atelier sich in Gerersdorf bei Pöggstall befand.
Die Franz Traunfellner - Dokumentation
hat in vier Räumen des Schlosses Pöggstall einen würdigen Rahmen gefunden und präsentiert in ansprechendem Ambiente, gestaltet von Designerin Doris Zichtl, sowohl Druckgrafiken als auch Gemälde.
Sie folgt einem wohldurchdachten Ausstellungskonzept, das auch Aufschluss über die Technik der Druckgrafik gibt. Werkzeuge, eine Tiefdruckpresse und eine Lithopresse sowie ein Kurzfilm und Fotos erlauben Einblick in das Umfeld, in dem Traunfellner gelebt hat.
Überrascht ist der Besucher von den weltweiten künstlerischen Kontakten und Ausstellungen, die von Kanada bis Japan reichen und auf einer Karte dargestellt sind.
Ilona Horetzky, Schaufenster Kultur.Region, 1/2021
Sonderausstellung 2026: Die Kunst vom Stein
Die Sonderausstellung 2026 trägt den Titel „Die Kunst vom Stein“ und gibt Einblick in die Geschichte und die komplizierte Technik der künstlerischen Lithografie.
Franz Traunfellners Lithopresse, Werkzeuge sowie 20 Steindrucke des Künstlers aus den Jahren 1954 bis 1981 werden ab dem 1. 4. 2026 bis 31. 10. 2026 zu sehen sein.
Sonderausstellung der österreichischen Exlibrisgesellschaft
Die Österreichische Exlibrisgesellschaft (ÖEG) präsentiert in diesem Sommer eine Ausstellung mit Werken von 36 Exlibris-Künstlern und Künstlerinnen aus Österreich. Dem Publikum soll dadurch das Wesen des Exlibris, des Bucheignerzeichens, nahegebracht werden.
Diese Schau ist eine interessante Ergänzung zur Franz Traunfellner Dokumentation, zumal auch Werke Traunfellners zu sehen sind. Der Kurator dieser Ausstellung ist Hofrat Dr. phil. Tillfried Cernajsek,der ein Begleitheft erstellte, welches über einen QR-Code per Handy gelesen werden kann.
Am Samstag, dem 26. Juli wird ein Exlibris-Tausch-Tag in der Ausstellung abgehalten, Herr Dr. Cernajsek wird nachmittags durch die Ausstellung führen.
Öffnungszeiten:
Mi.-So. von 9.00 -17.00 Uhr (letzter Einlass 16.00 Uhr)
Die Ausstellung ist bis Ende Oktober 2025 zu sehen.
Franz Traunfellner
Leben
Franz Traunfellner (1913 -1986), lebte auf einem kleinen Bauernhof in Gerersdorf bei Pöggstall. Als Maler und Holzschneider Autodidakt, erlernte er die Radiertechniken bei Professor Kromar von Hohenwolf (Melk) und die Lithographie als Gastschüler der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Ab 1963 lebte er als freischaffender Künstler.
Mitglied der Gesellschaft Bildender Künstler (Künstlerhaus) Wien, des Kunstvereines Salzburg und anderer namhafter Kunstvereine. Werke unter anderem im Besitz der Albertina Wien, der Österreichischen Galerie Belvedere sowie in in- und ausländischen Sammlungen. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Publikationen in Büchern, Rundfunk und Fernsehen. Studienreisen in mehrere europäische Länder.
Verschiedene Ehrungen, darunter erster Kulturpreis des Landes Niederösterreich 1960, Berufstitel Professor, Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, Goldener Lorbeer des Künstlerhauses Wien.

Werk
Traunfellners Werk umfasst Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder, vor allem aber Grafiken in den verschiedensten Techniken, wo vor allem Holzschnitt und Holzstich besonders zu erwähnen sind. Mensch, Tier und Natur, meist aus seiner näheren Umgebung, sind seine bevorzugten Motive. Wenn Traunfellner der Landschaft als Maler und Holzschneider antwortet, so dokumentiert er damit ihr Sinnbildhaftes, ihre Melodik, ihre Schönheit und Kraft.
"Der Holzschnitt zwingt zur kompromisslosen Klarheit in der künstlerischen Gestaltung. Ich greife zu Messer und Holzstock, wenn ich eine lineare, rhythmisch bewegte, fast abstrakte Form anstrebe, um so das Wesenhafte der Natur – durch das innere Erleben gesteigert – auszudrücken… Obwohl ich mit allen graphischen Techniken vertraut bin und sie auch anwende, komme ich immer wieder auf den Holzschnitt zurück… Das Messer und das Holz haben ihre eigene Ausdrucksweise. Eine Konzentration auf das Wesentliche ist erforderlich, alles Nebensächliche muss wegfallen."
(Franz Traunfellner)
"Wenig hat Traunfellner dazu verlockt, sein Geburts- und Wohnhaus, die Landschaft mit den kalten Wintern, den bewegten Baumsilhouetten, kleinen Gehöften und Hügeln zu verlassen. Dort gestaltete er seine eindringlichsten und zugleich einfachsten, schlichten und doch nicht nur „naiven“ Holzschnitte. Mit ihnen schuf er sich und seiner Landschaft - herb und verschlossen wie der Künstler selbst - ein Gedächtnis, das ihn überdauern wird."
Nachruf von Kristian Sotriffer, Die Presse, 1986

Publikationen
Feuchtmüller Rupert / Traunfellner Franz
Mein Waldviertel
Siebenberg-Verlag, Zwettl-Bad Wildungen, 1973, ISBN 3 85074 000 5
Kaindl Franz
Franz Traunfellner – Eine Werkübersicht (vergriffen)
Kunstverlag Wolfrum, Wien, 1983, ISBN 3-900-178-02-X
Linke-Traunfellner Irmgard / Linke Nina / Karolyi Claudia
Franz Traunfellner: Ein Waldviertler Grafiker und Maler
Sonderpublikation der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft, Wien 2020
ISBN 978-3-9504249-1-8
Ein weiteres umfangreiches Buch über Franz Traunfellner (etwa 250 Seiten und 200 Abbildungen) ist in Vorbereitung.
Einige seiner Meisterwerke:






Fotos von der neu gestalteten Ausstellung:





